Ganz ohne Gruppentherapie: So planst du Touren, die alle (fast) glücklich machen.

Der ultimative Guide: In 6 Schritten von der Schnapsidee zum Asphalt-Glück

Eine Vereinstour zu planen, ist ein wenig wie einen Sack Flöhe zu hüten – nur dass die Flöhe Lederkombis oder "Gore" tragen und ständig wissen wollen, wo es den nächsten Kaffee gibt. Damit ihr nicht im Chaos versinkt, hier mein persönlicher und absolut ernst gemeinter Masterplan:

1. Die Vision (Oder: Die „Ich hab da mal was auf Google Maps gesehen“-Phase)

Alles beginnt mit einem Geistesblitz. Meistens passiert das nach der dritten Apfelschorle 🍻 am Stammtisch. Einer sagt: „Wir müssten mal nach Südtirol!“ oder „Wie wäre es mit dem Harz?“.

  • Wichtig: Fixiert das Ziel, bevor die Diskussion über die beste Reifenmarke oder den Sinn oder Unsinn von Assistenzsystemen alles im Keim erstickt.

  • Pro-Tipp: Wer die Idee hat, ist automatisch der Tourenguide. (Regel Nr. 1!), oder der, der es immer macht. 😂

  • Wetter: Natürlich kannst du das Wetter an den Tour-Tagen nicht voraussehen. Aber dass im Frühjahr keine Alpen-Pässetour oder im Hochsommer eine Küstentour in Spanien sinnvoll ist, ist wohl jedem klar.

2. Das digitale Kurven-Massaker

Jetzt kommen Calimoto, Kurviger oder Gemini ins Spiel. Ihr füttert das Tool mit eurer Vision. Ich plane eigentlich immer mit der Bezahlversion von Kurviger auf dem PC. (HOW TO: Route mit kurviger.de erstellen)

  • Zieht die Route so lange über die Karte, bis sie aussieht wie das EKG eines Koffein-Junkies.

  • Vergesst die Autobahn. Wenn der Reifen am Ende in der Mitte kein Profil mehr hat, war die Planung schlecht, außer wenn am Rand noch weniger Profil ist. Spaß beiseite, die Tour sollte sich natürlich an den physikalischen Grenzen der Realität orientieren, wozu auch der Reifenabrieb gehört.

3. Das Basislager (Die Bett-und-Bier-Frage)

Sucht Unterkünfte, die drei Kriterien erfüllen:

  1. Ein sicherer Parkplatz fürs Mopped (wichtiger als das eigene Bett).

  2. Ein Kaltgetränk-Vorrat, der für eine ganze Herde durstiger Biker reicht.

  3. Ein Wirt, der nicht sofort die Polizei ruft, wenn um 7:00 Uhr die ersten Motoren warmlaufen, was mir persönlich aber ohnehin viel zu früh wäre.

Ich suche Unterkünfte mit Check24, booking.com und Airbnb, aber auch direkt über Unterkunftswebseiten oder die Webseiten der Fremdenverkehrsbüros. Plant nicht zu straff und versucht, Unterkünfte mit kurzen Stornofristen zu buchen, denn ihr wisst nie, was alles auf der Tour passieren kann.


4. Das „Wünsch-dir-was“-Fegefeuer (Der basisdemokratische Wahnsinn)

Das ist der Punkt, an dem du als Planer eine starke Psyche brauchst. Du fragst in der WhatsApp-Gruppe: „Gibt es Wünsche?“ – und die Büchse der Pandora öffnet sich:

  • Bernd*) (Der Kilometerfresser): „Unter 500 km pro Tag lohnt sich das Anziehen nicht.“

  • Klaus*) (Die Blase): „Ich muss alle 45 Minuten an eine saubere Toilette. Aber keine Raststätte!“

  • Stefan*) (Der Gourmet): „Ich esse nur glutenfrei und brauche mittags ein Drei-Gänge-Menü. Aber wir müssen um 16 Uhr am Hotel sein.“

  • Uwe*) (Die Kurven-Phobie): „Bitte keine Kehren, da wird mir schwindelig. Aber Berge wären schön.“

  • Michaela*) (Die(?) Nikotin-Junkie): „Bitte nach 60 Minuten Fahrt eine halbe Stunde Pause für eine schnelle Zigarette."

Die perfekte Lösung: Nicke freundlich, erstelle die Route genau so, wie du sie willst, und verkaufe sie als „perfekten Kompromiss“. Wer meckert, fährt vor. Anmerkung: Ich mache das natürlich nicht so, ich gehe immer bis ins Letzte auf die Wünsche meiner Mitfahrer ein.🤣

*) Die Namen sind zum Schutz der Privatsphäre geändert, die realen Personen und Namen der Redaktion aber bekannt. 😀

5. Sternfahrten: Auspacken ist für Anfänger

Niemand hat Lust, jeden Morgen die Koffer neu zu packen. Plant eure Tour so, dass ihr 2–3 Tage an einem Ort bleibt.

  • Entwerft Tagestouren, die wie ein Stern vom Hotel wegführen.

  • Vorteil: Wer einen Kater (vom Apfelschorle) oder einen platten Reifen hat, kann einen Tag am Pool bleiben, ohne die Gruppe zu sprengen. Es sei denn, ... (Die Geschichte gibt's auch hier irgendwo auf unserer Website. 🤔)

  • Je größer die Gruppe, um so mehr Untergrupenn mit unterschiedlichen Fahrstilen solltest du bilden: Gruppe Bernds, Gruppe Uwes, ... Das erhöht den Fahrspaß der einzelnen und führt zu regen, aber konfliktärmeren Diskussionen am Abend.

6. Das Finanzamt (Die „Wer hat das Schnitzel bezahlt?“-Rechnung)

Nichts killt die Stimmung schneller als Rechnerei an der Tankstelle oder im Restaurant. Bei Geld hört ja bekanntlich die Freundschaft auf.

  • Erstellt eine Tour-Kasse.

  • Berechnet Maut, gemeinsame Abendessen, Übernachtungen und das obligatorische „Pannen-Bier“ so weit möglich vorab.

  • KI-Tipp: Es gibt Apps (wie Splitwise: App und Desktop-Version), die das für euch erledigen. Dann muss niemand mit dem Taschenrechner am Pass stehen. Ihr müsst wissen, ich hasse die (a)sozialen Medien, aber ich liebe nützliche Apps, die das Leben erleichtern.

Fazit für die Truppe:

Planung ist die halbe Miete, aber auf der Straße entscheidet der Moment. Wenn die Planung steht, gilt: Visier runter, Kopf aus, Spaß an!