Wichtige Tipps für deine Motorradtour in Frankreich oder Spanien

Wir machen häugig Touren in nahegelegenen Elsass. Hier ist eine Checkliste, was in Frankreich, aber auch Spanienfür Motorradfahrer wichtig zu wissen ist, denn es gibt kleine, aber feine Unterschiede in den Vorschriften. :

1. Dokumente & Bürokratie

  • Führerschein & Papiere: Eigentlich logisch, aber: Du brauchst die Originale. Kopien werden bei Kontrollen (besonders in Frankreich) oft nicht akzeptiert.
  • Grüne Versicherungskarte: In der EU zwar nicht mehr zwingend vorgeschrieben, aber im Falle eines Unfalls in den Bergen beschleunigt sie die Abwicklung mit der Guardia Civil oder der Gendarmerie enorm.
  • Auslandskrankenversicherung: Pack die Karte deiner Versicherung ein. Die Bergung in den Pyrenäen (besonders per Helikopter) kann ohne Zusatzschutz extrem teuer werden.

2. Spezielle Ausrüstung (Frankreich-Fokus)

Frankreich ist bei Motorradfahrern strenger als Spanien:

  • Handschuh-Pflicht: In Frankreich müssen Motorradhandschuhe zwingend die CE-Zertifizierung haben. Wenn die Gendarmerie dich anhält und das Etikett fehlt, kostet das Bußgeld und einen Punkt (auch für Ausländer).
  • Reflektoren am Helm: Offiziell müssen Helme in Frankreich vier reflektierende Aufkleber haben. Bei Touristen wird das oft toleriert, aber wer auf Nummer sicher gehen will, besorgt sich ein Set (oft sind die bei neuen Helmen dabei).
  • Warnweste: Du musst eine Warnweste mitführen (unter der Sitzbank oder im Rucksack), um sie bei einer Panne oder einem Unfall anzuziehen.
  • Alkotest: Die Pflicht, ein unbenutztes Alkohol-Teströhrchen mitzuführen, besteht zwar theoretisch noch, wird aber seit Jahren nicht mehr sanktioniert. Kannst du also ignorieren.

3. Navigation & Technik

  • Blitzer-Warner: In Frankreich ist die Nutzung von Geräten (oder Apps wie Calimoto/TomTom), die exakte Standorte von Blitzern anzeigen, streng verboten. Die meisten Apps nutzen daher "Gefahrenzonen". Sei vorsichtig: Die Gendarmerie darf im Extremfall das Handy beschlagnahmen.
  • Offliner-Karten: In tiefen Canyons wie der Añisclo-Schlucht oder auf hohen Pässen hast du oft null Empfang. Lade dir die Google Maps Karten oder deine Routen-App-Daten unbedingt offline auf das Handy.

4. Besonderheiten im Frühjahr, Frühsommer und Herbst

  • Viehtrieb: Idieser Zeit werden die Kühe und Schafe auf/von die/den Hochalmen getrieben (Transhumanz).
    • Gefahr: Hinter jeder Kurve kann eine Kuhherde stehen.
    • Hinterlassenschaften: In Kehren liegt oft "Natur-Dünger".
  • Radfahrer: Der Juni ist der Monat der Rennradfahrer, die für die Tour de France trainieren. Besonders am Tourmalet und Aubisque musst du mit langsamen Radlern bergauf und extrem schnellen bergab (bis zu 80 km/h) rechnen. Und dann im Juli die eigentliche „Tour“.

5. Was gilt bei Stau?

Was in Deutschland verboten ist, ist in Frankreich seit 1. Januar 2025 landesweit erlaubt: das Vorbeischlängeln von Motorradfahrern an langsamen Fahrzeugkolonnen.

Die Regelung, die seit 2021 zunächst in mehreren Departements getestet wurde, gilt jedoch nur auf Autobahnen und sonstigen mehrspurigen (Schnell-) Straßen mit geteilter Fahrbahn, auf denen die zulässige Höchstgeschwindigkeit mindestens 70 km/h beträgt. Erfahre mehr zu dieser Neuregelung in Frankreich

6. Notfall-Nummern

  • 112: Gilt in beiden Ländern.
  • In Spanien gibt es zusätzlich die 062 (Guardia Civil) – die Jungs sind oft schneller vor Ort und sehr professionell, wenn es um Motorradunfälle in den Bergen geht.

Ein letzter Tipp „schwere“ Mopeds : Benutze eine Bodenplatte oder „Auflagenflächenvergrößerung“ für den Seitenständer mit. Der Asphalt auf den Passhöhen (besonders in Frankreich) ist im Juni oft frisch geflickt und kann in der Nachmittagssonne weich werden. Schwere Motorräder sinken dort gerne mal ein, wenn man sie für das Gipfelfoto parkt. 🤔😀📸

Weitere aktuelle Informationen beim ADAC: Frankreich und Spanien